Hermann Hesse – Narziss en Goldmund

hermann-hesseWenn ich Deutsch gelernt habe nur um Hesse zu lesen, dann würde es mir auch genügen. „Demian“ war mein erstes Hesse-Buch und jetzt habe ich „Narziß und Goldmund“ gelesen, währenddessen ich natürlich immer auf der Suche war nach einem geeigneten Abschnitt, den ich ins Afrikaans übersetzen könnte. Einen solchen fand ich dann im Kapitel 13, den ersten Paragraphen. Er ist kurz genug um einen schnellen Vergleich mit dem Deutschen zu ziehen und was den Inhalt angeht zutreffend auf das Leben, das man in meinem Heimatland größtenteils erlaubt ist. Diese Übersetzung also, gewidmet meinem Freund Johan, der dort unseßhaft wohnt.


In die eerste tye van sy reise, in die eerste gretige ekstase van die terug gewonne vryheid, moes Goldmund eers weer leer om die hawelose en tydlose lewe van die reisigers te lewe.

Aan geen mens gehoorsaam nie, net van weer en seisoen afhanklik, geen doel voor oë nie, geen dak oor jou kop nie, niks besittend nie en aan alle toeval oop, so voer die haweloses hul kinderlike en dapper, hul verarmde en sterk lewens.

Hulle is die seuns van Adam, uit die paradys uitgedruif, en is die broers van diere, die onskuldiges. Uit die hand van die hemel neem hulle uur na uur, wat hulle gegee word: Son, reën, mis, sneeu, hitte en koue, voorspoed en teespoed, daar is vir hulle geen tyd nie, geen geskiedenis nie, geen strewe nie en nie daardie vreemde afgode van ontwikkeling en vordering waaraan die huiseienaars so desperaat glo nie.

`n Vabond kann delikaat of rof wees, bekwaam of onbeholpe, dapper of vreesagtig, altyd leef hy in die eerste dae, voor die begin van alle wêreldgeskiedenis, altyd word sy lewe van ‘n paar eenvoudige drange en behoeftes gelei.

Hy kan slim wees of dom, hy kann diep in homself wetend wees, hoe gebreklik en vergangklik alle lewe is en hoe arm en vreesbevange alles lewend hul bietjie warm bloed deur die ys van die ruimtes dra, of hy kan bloot kinderlik en gulsig die bevele van sy arm maag volg – altyd is hy die teenstaander en doodsvyand van die besitter en gevestigde, wat hom haat, verag en vrees, want hy wil nie aan dit alles herinner word nie: nie aan die vlugtigheid van alles wat is nie, aan die konstante wegkwyn van alle lewe, en die meedoënlose ysige dood, wat rondom ons die ruimte vervul.


In den ersten Zeiten seiner neuen Wanderschaft, im ersten gierigen Taumel der wiedergewonnenen Freiheit, mußte Goldmund erst wieder lernen, das heimatlose und zeitlose Leben der Fahrenden zu leben.

Keinem Menschen gehorsam, abhängig nur von Wetter und Jahreszeit, kein Ziel vor sich, kein Dach über sich, nichts besitzend und allen Zufällen offen, führen die Heimatlosen ihr kindliches und tapferes, ihr ärmliches und starkes Leben.

Sie sind die Söhne Adams, des aus dem Paradies Vertriebenen, und sind die Brüder der Tiere, der unschuldigen. Aus der Hand des Himmels nehmen sie Stunde um Stunde, was ihnen gegeben wird: Sonne, Regen, Nebel, Schnee, Wärme und Kälte, Wohlsein und Not, es gibt für sie keine Zeit, keine Geschichte, kein Streben und nicht jenen seltsamen Götzen der Entwicklung und des Fortschritts, und den die Hausbesitzer so verzweifelt glauben.

Ein Vagabund kann zart oder roh sein, kunstfertig oder tölpisch, tapfer oder ängstlich, immer lebt er am ersten Tage, vor Anfang aller Weltgeschichte, immer wird sein Leben von wenigen einfachen Trieben und Nöten geleitet.

Er kann klug sein oder dumm; er kann tief in sich wissend sein, wie gebrechlich und vergänglich alles Leben ist und wie arm und angstvoll alles Lebendige sein bißchen warmes Blut durch das Eis der Welträume trägt, oder er kann bloß kindisch und gierig den Befehlen seines armen Magens folgen – immer ist er der Gegenspieler und Todfeind des Besitzenden und Seßhaften, der ihn haßt, verachtet und fürchtet, denn er will nicht an all das erinnert werden: nicht an die Flüchtigkeit alles Seins, an das beständige Hinwelken alles Lebens, und den unerbittlichen eisigen Tod, der rund um uns das Weltall erfüllt.

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3 Kommentare zu “Hermann Hesse – Narziss en Goldmund

  1. Heyyy, wie toll. Ich spreche Deutsch und lerne Afrikaans! Du hast dir ja eine schwierige Aufgabe gestellt, deutsche Literatur in Afrikaans zu übersetzen. Respekt! Immer weiter so. Ich schaue ab und zu mal rein, vielleicht schaffe ich es ja, irgendwann deine Beiträge in Afrikaans zu verstehen! 🙂
    Hier mein Blog:
    http://theafrikaanschallenge.wordpress.com/

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